Fachwissen für digitale Entscheidungen
Wem gehört der Quellcode nach dem Projekt?
Kurzantwort
Die drei üblichen Modelle
Volle Rechteübertragung
Sie erhalten ausschliessliche Nutzungsrechte am erstellten Code und können ihn weiterentwickeln lassen, von wem Sie wollen. Das ist die stärkste Position und in der Regel auch die teuerste, weil der Dienstleister nichts wiederverwenden darf.
Einfaches Nutzungsrecht
Sie dürfen die Software nutzen, aber nicht weitergeben oder von Dritten weiterentwickeln lassen. Günstiger, bindet Sie aber an einen Anbieter.
Mischform (in der Praxis am häufigsten)
Alles, was Ihre Geschäftslogik abbildet, geht an Sie. Allgemeine Bausteine, die der Dienstleister ohnehin in jedem Projekt einsetzt, bleiben bei ihm – Sie erhalten daran ein dauerhaftes Nutzungsrecht.
Worauf Sie achten sollten
- Fremdbibliotheken. Kein Dienstleister kann Ihnen Rechte an Open-Source- Komponenten übertragen, die er selbst nur lizenziert nutzt. Verlangen Sie eine Liste der eingesetzten Lizenzen.
- Zugang statt Versprechen. Ein Repository-Zugang von Tag eins ist mehr wert als eine Übergabe-Klausel am Projektende.
- Betriebswissen. Der Code allein nützt wenig ohne Dokumentation der Umgebung, der Abhängigkeiten und der Zugangsdaten.
Bei Ouhud
Was Sie unabhängig vom Modell verlangen sollten
- Lesezugriff auf das Repository ab Projektbeginn
- Eine Liste der eingesetzten Open-Source-Komponenten mit ihren Lizenzen
- Betriebsdokumentation als Liefergegenstand
- Zugangsdaten für Domain und Hosting auf Ihre Firma registriert
Diese vier Punkte wirken stärker als jede Formulierung im Vertrag: Sie sorgen dafür, dass ein Wechsel praktisch möglich bleibt.
Kernfakten
- Entscheidend
- Schriftliche Regelung im Vertrag, nicht mündlich
- Häufig übersehen
- Lizenzen von Open-Source-Komponenten