Frage Nachvollziehbar belegt

Fachwissen für digitale Entscheidungen

Wie verwaltet man Nutzer, Rollen und Mandanten auf einem privaten KI-System?

Kurzantwort

Ein zentraler Identity Provider authentifiziert Nutzer per OIDC; Rollen und Mandant werden serverseitig in jeder Anfrage geprüft. Mindestens Nutzer-, Fachredaktions- und Administrationsrechte sollten getrennt sein. Mandantentrennung muss zusätzlich im Dokumentindex, in Protokollen und Werkzeugzugriffen wirken – ein Mandantenname im Prompt genügt nicht.

Identität vor der Modellanfrage prüfen

Der LLM-Endpunkt sollte keine eigenen Passwörter verwalten. Ein Identity Provider authentifiziert Menschen und Dienste über etablierte Protokolle wie OpenID Connect beziehungsweise OAuth 2.0. Keycloak nutzt Realms als getrennte Verwaltungsräume für Nutzer, Anmeldedaten, Rollen und Gruppen. Ob ein Realm pro Organisation oder ein gemeinsamer Realm mit Gruppen sinnvoll ist, hängt von gewünschter Isolation, Verwaltung und Betrieb ab.

Ein praktikables Rollenmodell beginnt klein: Nutzer dürfen freigegebene Assistenten verwenden, Fachredaktion darf Quellen und Tests pflegen, Administration verwaltet Modelle und Plattform. Zusätzliche Rechte werden pro Werkzeug vergeben, etwa Dokument lesen, CRM-Datensatz anlegen oder Modell freigeben. Nach dem Prinzip der geringsten Berechtigung enthält ein Token nur die für den aktuellen Dienst nötigen Ansprüche.

Mandantentrennung muss durchgängig sein. Der Gateway bestimmt die Mandanten-ID aus der geprüften Identität und reicht sie als vertrauenswürdigen Kontext weiter. Der Vektorindex filtert damit jeden Abruf; Qdrant unterstützt beispielsweise mandantenbezogene Payload-Felder und entsprechende Indizes. Datenbankzeilen, Caches, Objektablage, Logs und Metriken benötigen dieselbe Trennung. Eine vom Nutzer frei eingegebene Mandanten-ID oder eine Anweisung im Prompt ist keine Sicherheitsgrenze.

Für besonders sensible oder regulatorisch getrennte Bestände können separate Collections, Datenbanken oder Instanzen angemessen sein. Das erhöht Isolation, aber auch Aufwand für Updates, Backups und Monitoring. Die Entscheidung wird in einer Bedrohungsanalyse dokumentiert. Servicekonten erhalten kurze, rotierbare Zugangsdaten; interaktive Konten werden nicht für Automatisierung verwendet. Rollenänderungen, Anmeldungen und privilegierte Aktionen werden revisionsfähig protokolliert. Eine regelmäßige Rezertifizierung, beispielsweise quartalsweise, ist ein Organisationsbeispiel und wird dem eigenen Risiko angepasst.

Kernfakten

Mindestrollen
3 getrennte Rollen: Nutzer, Fachredaktion, Administration
Authentifizierung
zentral per OIDC/OAuth 2.0 statt lokaler LLM-Passwörter
Mandantenschutz
serverseitige Filter in Index, Datenbank, Cache und Logs

Quellen

Alle externen Angaben nachvollziehbar belegt.
  1. 01
  2. 02
    RFC 6749 – The OAuth 2.0 Authorization Framework Internet Engineering Task Force (IETF)
  3. 03
  4. 04

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