Fachwissen für digitale Entscheidungen
Wie misst man den Nutzen einer Automatisierung?
Kurzantwort
Vier Zahlen, die zählen
| Kennzahl | Wie messen |
|---|---|
| Vorgänge je Zeitraum | Zählen, vor und nach der Einführung |
| Bearbeitungszeit je Vorgang | Stichprobe von zwanzig Vorgängen genügt |
| Fehlerquote | Anteil der Vorgänge, die korrigiert werden mussten |
| Eingriffsquote | Wie oft musste ein Mensch übernehmen |
Die vierte Zahl wird am häufigsten vergessen und ist die aussagekräftigste. Ein System, bei dem in 60 Prozent der Fälle jemand eingreift, spart keine Zeit – es verlagert sie nur.
Der Ausgangswert ist Pflicht
Ohne Messung vor dem Start bleibt jede spätere Aussage Behauptung. Diese Messung kostet einen halben Tag und entscheidet darüber, ob das Projekt später belegbar ist.
Ehrlich rechnen
Auf die Kostenseite gehören nicht nur Entwicklung und Betrieb, sondern auch:
- Zeit für die Prüfung von Zweifelsfällen
- Aufwand für Pflege der Wissensbasis
- Einarbeitung des Teams
Eine Automatisierung, die 80 Prozent der Fälle übernimmt, aber für die restlichen 20 Prozent mehr Prüfaufwand erzeugt als vorher, ist ein Verlust.
Ein sinnvoller Zeitpunkt zur Bewertung
Nach acht bis zwölf Wochen produktivem Einsatz. Früher überwiegt der Neuigkeitseffekt, später fehlt die Erinnerung an den Zustand davor.
Kernfakten
- Wichtigste Kennzahl
- Eingriffsquote – wie oft muss ein Mensch übernehmen
- Pflicht vor dem Start
- Ausgangswert messen
- Bewertung nach
- 8 bis 12 Wochen produktivem Einsatz