Fachwissen für digitale Entscheidungen
Woran scheitern Softwareprojekte?
Kurzantwort
Die vier häufigsten Ursachen
Unklares Ziel
„Wir digitalisieren die Auftragsabwicklung" ist kein Ziel, sondern ein Vorhaben. Ohne messbares Ziel lässt sich am Ende nicht sagen, ob es funktioniert hat – und währenddessen nicht, was wichtiger ist.
Niemand entscheidet
Wenn jede Frage im Gremium landet, entstehen Kompromisse, die niemandem nützen. Ein Projekt braucht eine Person, die „so machen wir es" sagen darf.
Der Umfang wächst, das Budget nicht
Jede einzelne Zusatzanforderung klingt vernünftig. In Summe sprengen sie den Rahmen. Ohne einen Ort, an dem Wünsche gesammelt und priorisiert werden, passiert das zuverlässig.
Die Nutzer werden zu spät gefragt
Software, die für Menschen gebaut wird, ohne sie zu fragen, wird von diesen Menschen umgangen. Das merkt man erst nach dem Start – dann ist es teuer.
Frühwarnzeichen
- Nach vier Wochen gibt es noch nichts zum Anschauen
- Rückfragen bleiben länger als eine Woche unbeantwortet
- Der Anforderungskatalog wird länger statt kürzer
- Niemand aus dem Fachbereich hat das System je bedient
- Auf die Frage „was ist das wichtigste Ziel?" gibt es drei Antworten
Was hilft
Früh etwas Lauffähiges. Nichts klärt Anforderungen so schnell wie ein System, das man anfassen kann.
Eine Ansprechperson mit Mandat. Der einzelne wirksamste Faktor.
Wünsche sammeln statt sofort umsetzen. Eine Liste, die alle sehen und die regelmässig priorisiert wird.
Nutzer vom ersten Tag. Nicht als Meinungsgeber am Ende, sondern als Testende von Anfang an.
Kernfakten
- Hauptursache
- Organisation, nicht Technik
- Wirksamste Gegenmassnahme
- Eine Ansprechperson mit Entscheidungsbefugnis
- Frühwarnzeichen
- Nach vier Wochen nichts zum Anschauen