Frage
Nachvollziehbar belegt
Fachwissen für digitale Entscheidungen
Wie automatisiert man das Mahnwesen sinnvoll?
Kurzantwort
Mit festen Stufen und Fristen, aber einer Freigabe vor dem Versand. Vollautomatische Mahnungen beschädigen Kundenbeziehungen, wenn eine Zahlung nur verspätet gebucht wurde oder eine Reklamation läuft. Sinnvoll ist: Das System erstellt den Vorschlag, ein Mensch bestätigt.
Ein übliches Stufenmodell
| Stufe | Zeitpunkt | Ton |
|---|---|---|
| Zahlungserinnerung | 7 Tage nach Fälligkeit | freundlich, ohne Gebühr |
| 1. Mahnung | 14 Tage danach | sachlich, mit Frist |
| 2. Mahnung | 14 Tage danach | mit Ankündigung weiterer Schritte |
| Übergabe | nach Ablauf | Inkasso oder Rechtsverfolgung |
Die konkreten Fristen sind Geschäftspolitik, kein Gesetz.
Was automatisiert werden kann
- Überfällige Posten ermitteln
- Passende Stufe bestimmen
- Schreiben aus Vorlage erzeugen
- Wiedervorlage setzen
Was nicht automatisch passieren sollte
Der Versand. Gründe:
- Die Zahlung ist eingegangen, aber noch nicht gebucht
- Es läuft eine Reklamation
- Es besteht eine Absprache über Ratenzahlung
- Es handelt sich um einen Grosskunden mit besonderem Verhältnis
Eine Mahnung an einen Kunden, der gestern gezahlt hat, kostet mehr als sie einbringt.
Der praktische Aufbau
Ein täglicher Vorschlag mit allen fälligen Mahnungen. Eine Person prüft ihn in fünf Minuten, hakt ab oder setzt aus. Der Versand erfolgt dann gesammelt.
Verzugszinsen und Pauschale
Bei Geschäften zwischen Unternehmen kann neben Verzugszinsen eine Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB geltend gemacht werden. Ob das im Einzelfall sinnvoll ist, ist eine geschäftliche Entscheidung – rechtlich zulässig ist es.
Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung.
Kernfakten
- Automatisieren
- Ermittlung und Erstellung
- Nicht automatisieren
- Den Versand
- Aufwand für die Freigabe
- Etwa fünf Minuten täglich
Quellen
Alle externen Angaben nachvollziehbar belegt.-
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Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Bundesministerium der Justiz